Wie wahrscheinlich jedes Kind habe auch ich mit ca.12 Jahren in die Aquaristik reingeschnuppert, inspiriert von unserem Schulaquarium wurde ein 60ltr. Aquarium angeschafft und mit drei Goldfischen besetzt. In den folgenden Jahren wurde dann auf ein 200 ltr. Aquarium umgestellt, das dann mit Guppy´s, Molly´s und Co besetzt war.
Mit dem Auszug in die eigene Wohnung war dann erst mal Schluss mit der Aquaristik, da man ja ehe immer unterwegs war.
Nach fast 20 Jahren Aquarium pause, wurde ich 2004 erneut von diesem Hobby in den Bann gezogen. Angetan von einem Malawieaquarium meines Nachbahren, habe ich mir ein 375 ltr. Aquarium ins Wohnzimmer gestellt, dass mit verschiedenen Malwie- und Tanganjikabuntbarschen besetzt wurde.
2006 erfolgte dann der Umzug ins Eigenheim und es kam wie es bei so einem Umzug kommen musste, das geliebte Aquarium ging zu Bruch. Also wurden die Fische erstmal in der Badewanne untergebracht. Der Ersatz und neue Blickfang im Wohnzimmer hatte dann bereits schon 650ltr.
Nach einiger Zeit hatte ich dann auch brütende Weibchen und die kleinen hatten im großen Becken nie eine Change und so musste Abhilfe geschaffen werden. Und so machte ich mich auf die Suche nach einer geeigneten Lösung und im ebay wurde ich fündig. Ein Aquaristikgeschäft ganz in meiner Nähe löste seine Verkaufsanlage auf und ich ersteigerte eine tolle Anlage mit Abwasserführung und sechs, 80ltr. Aquarien in einem schönen Aluregal.
Jetzt hatte mich der Virus Aquarium voll infiziert!
Im Herbst 2008 bin ich dann im Internetforum Cichlidenwelt, über Axel Böhner aus Schneverdingen und sein Arterhaltungsprogramm für Cichliden aus dem Viktoriasee gestolpert. Die Farbenpracht und Schönheit dieser Fische und die Tatsache das es zum teil sehr kritisch, in freier Wildbahn um sie steht hat mich erwogen in diesem Projekt mit zu machen und so zogen drei Arten in Form von 2,5 cm großen Jungfischen in die Aquarienwand ein.
Die Faszination dieser Fische und Ihr Schicksal in den Heimischengewässern brachten mich zum Entschluss, meine Kapazität den Viki´s voll zu widmen.
Leider musste ich schnell bemerken das der Kreis der Pfleger für Viktoria´s nur sehr klein in Deutschland ist und ich anscheinend in Bayern der einzige bin der sich ernsthaft mit diesen Fischen beschäftig. In der nähe von Crailsheim (Baden-Würthenberg) stieß ich dann über Axel Böhner auf
Im Frühjahr 2009 fuhren Marco und ich dann nach Schneverdingen zu Axel um an diesem Wochenende außer Fische auszutauschen noch einer gemeinsamen Idee gewisse Formen zu erteilen. Wir gründeten an jenem Freitagabend die „ Interessengemeinschaft Viktoriasee – (IgV)“ die sich zum Ziel gesetzt hat möglist viele Pfleger für eine Netzwerk zu gewinnen um die zum teil bedrohten oder im See schon ausgestorbenen Arten, in unseren Aquarien in stabilen Populationen am Leben zu halten. Unsere Vision hat seit dem rege Beteiligung erfahren und so haben wir bereits im ersten Jahr Mitglieder in Deutschland, Schweden, Belgien und Polen gewinnen können.
Doch zurück zur Anlage, nachdem Zeitgleich im Frühjahr 2009 eine Renovierung meines Büros anstand und meine Anlage sich ebenfalls in diesem Raum befand, nahm der Ausbau seinen lauf. Zu der Anlage mit den sechs, 80 ltr. Becken, kam ein neues Regal mit mehreren Aquarien (1x 360ltr./ 1x 450ltr./5x 54ltr.) dazu. Doch schon nach kurzer Zeit war ein weiteres Regal in Planung und umgesetzt für drei weiter Aquarien (2x 160ltr. und 1x 200ltr.).
Im Herbst 2009 habe ich dann vom Zoohaus Faltenbacher in München eine Verkaufsanlage mit 18 Becken, zum kostenlosen Selbstabbau, Angeboten bekommen. Und somit wächst die Anlage weiter, momentan halte ich 16 verschiedene Arten aus dem Viktoriasee. Momentan beträgt sich das Gesamtvolumen auf 2913ltr. Für den Vollausbau der Anlage sind 3858ltr. vorgesehen.
Und so wurde im laufe von zwei Jahren aus einem Blickfang im Wohnzimmer eine Hobbyzuchtanlage, die mir viel Freude bereitet.
Text : Jörg Klemann



Vom Aquarium zum Aqurienkeller